Meine indische Diva

Lange durfte sie nur in Teilen in meiner Garage warten, doch seit letztem Herbst ist sie auf Deutschlands Straßen unterwegs: meine erste indische „Vespa“ – eine Bajaj Super. Hierbei handelt es sich um einen Blechroller der Firma Bajaj India, der große Parallelen zu einer Vespa Super oder Vespa Sprint hat (8 Zoll Felgen, 150ccm Motor). Leider konnte ich keinen offiziellen Lizenzbau einer Vespa ergattern, diese wurden bis 1977 gebaut.

Angekommen ist sie im Container aus Indien, ich habe sie aber direkt in Deutschland gekauft. Hier kann ich mich nur bei http://www.my-vespa.com bedanken: Netter Shop mit super Service. Sofort wurde sie zerlegt, da der Zustand wirklich eine Restauration erforderte. Nun das wichtigste zuerst: Es gibt nicht wirklich riesige Unterschiede zwischen dem indischen und italienischen Blech. Sonst unterscheiden sich die Modelle auch nur minimal und man kann fast alles durch Vespa Original- oder Repro-Teile ersetzen.

Die einzige Herausforderung kann die Zulassung in Deutschland darstellen. Doch wenn man Kaufvertrag, Originalpapiere und eine Vollabnahme zur Hand hat sollte dies kein Problem sein. Beim Kauf unbedingt darauf achten welchen Jahrgang man sich zulegt, da ggf. Abgasprüfungen in Deutschland fällig werden, die das neue Schätzchen eventuell nicht besteht. Wer aber von ’89 sucht, wird auch hier keine Probleme haben.

Die ersten Kilometer konnte ich im vergangenen Jahr schon zurücklegen und auch die erste Ausfahrt hat sie ohne Probleme hinter sich gebracht (was in meinen Fuhrpark wirklich eine Besonderheit ist :D).

Zusammenfassend kann man also sagen, dass indische oder spanische Vespas wirklich nicht uninteressant sind. Vor allem in Sachen Einkaufspreis sind sie sehr attraktive Alternativen. Wer nicht wirklich wert darauf legt eine „echte“ Italienerin zu fahren, kann auch hier viel Spass haben und muss sich nicht schlecht fühlen, wenn man keine Originalrestauration anstrebt.